Man muss dabei berücksichtigen, dass moderne Motoren technisch nicht mehr mit älteren Aggregaten vergleichbar sind. Probleme wie nachtropfende Vergaser oder undichte Einspritzdüsen, die früher zu Kraftstoffeintrag ins Motoröl geführt haben, treten bei heutigen Systemen in dieser Form nicht mehr auf.
Das Ablassen von Öl aus „Sicherheitsgründen“ stammt noch aus Zeiten, in denen Kraftstoff durch Undichtigkeiten ins Öl gelangen konnte und dadurch die Schmierfähigkeit beeinträchtigt wurde. Bei modernen Motoren ist dieses Risiko konstruktionsbedingt nahezu ausgeschlossen.
Vereinfacht gesagt: Motoröl kann heute – technisch betrachtet – wie in einem geschlossenen System gesehen werden. Ob es sich ein Jahr im original verschlossenen Gebinde oder im Motor befindet, ist unter normalen Bedingungen zunächst unerheblich. Dazu gibt es zahlreiche Untersuchungen und technische Erkenntnisse.
Wer es aus persönlichem Sicherheitsgefühl dennoch durchführen möchte, kann das selbstverständlich tun – zwingend erforderlich ist es nach heutigem Stand der Technik jedoch nicht.
Eventuell entstehendes Kondenswasser wird beim ersten vollständigen Warmlauf über die Kurbelgehäuseentlüftung abgeführt, bevor es sich in relevanter Weise mit dem Öl vermischen kann.